Wie der weiße Wahnsinn die deutschen Straßen erobert

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Sie sind riesig, sie kosten manchmal so viel wie ein kleines Haus. Doch Wohnmobile sind die neue große Leidenschaft der Deutschen. Das liegt an der Alterung der Bevölkerung – und an der Terrorangst.

Wie der weiße Wahnsinn die deutschen Straßen erobert Sie sind riesig, sie kosten manchmal so viel wie ein kleines Haus. Doch Wohnmobile sind die neue große Leidenschaft der Deutschen. Das liegt an der Alterung der Bevölkerung – und an der Terrorangst.

Die deutsche Caravaning-Industrie wächst seit Ende der Finanzkrise Jahr für Jahr und hat ihren Umsatz allein im vergangenen Jahr um fast 15 Prozent auf über 7,5 Milliarden Euro gesteigert – weil mehr Mobilheime zugelassen werden und diese immer luxuriöser und teurer werden. In den ersten beiden Monaten dieses Jahres lag die Zahl der Neuzulassungen von Reisemobilen um 45 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Für größere Mobilheime Lkw-Führerschein

Deutschland erlebt eine Massenbewegung der polarisierenden Art: Für die einen ist die weiße Flotte, die jetzt in der Frühlingssonne aus den Garagen rollt, die große Freiheit auf vier oder mehr Rädern. Andere sehen darin die Mobilmachung des Jogginghosenproletariats auf Adiletten.

Händler Henninger hat gerade einen Bürstner Elegance aufgeschlossen. Ein Koloss auf drei Achsen mit Fußbodenheizung, Granitküche, Kühl- und Eisschrank, Herd, separater Duschkabine und WC und diversen anderen Annehmlichkeiten. 122.999 Euro steht auf dem Verkaufszettel hinter der Windschutzscheibe. Henninger bittet in die Lounge-Sitzgruppe aus beigefarbenem Vollleder.

"Ein paar Hundert Mobile dieser Klasse und noch größere verkaufen wir schon im Jahr", sagt der Händler. Er weist auf ein neben der Auffahrt geparktes noch größeres Gefährt. "Den Luxusliner dort hat gerade ein Manager gekauft, der zurzeit noch in China arbeitet. Wenn er zurück ist, möchte er mit seiner Frau durch Europa reisen. Erstmal nach Schottland und Norwegen, dann weiter", erzählt Henninger.

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